Montag, 17. März 2008, 20. 00 Uhr im Logenhaus, Murhardstraße 6

Die Johannis-Freimaurerloge "Zur Freundschaft" lädt ein zu einem Vortrag

"Der Nationale Integrationsplan und die Folgen für Politik und Gesellschaft"

Referentin: Frau Gabriele Meier-Darimont, Fachreferentin im Hessischen Sozialministerium

Im Anschluss an diesen Vortrag besteht - wie immer bei unseren Gästeveranstaltungen - die Gelegenheit, sich mit den anwesenden Freimaurer-Brüdern über Fragen zur Freimaurerei zu unterhalten.

Falls Sie es wünschen, verabreden wir uns gerne auch außerhalb unserer Gästeabende zu einem Gespräch mit Ihnen. Wir sind ständig zu erreichen und bitten Sie, sich auch in diesem Fall per E-Mail mit uns in Verbindung zu setzen. Innerhalb kurzer Zeit antworten wir per E-Mail oder telefonisch, um mit Ihnen Termin und Treffpunkt zu vereinbaren. Die Beschreibungen der einzelnen Themen sind Auszüge aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und grüßen Sie herzlich,
Ihre Kasseler Loge "Zur Freundschaft"

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Die Johannis-Freimaurerloge "Zur Freundschaft" lädt in regelmäßigen Abständen zu Gästeabenden ein. Hier werden sowohl Vorträge zu freimaurerischen als auch zu nicht freimaurerischen Themen gehalten. Im Anschluss an diese Vorträge besteht - wie immer bei unseren Gästeveranstaltungen - die Gelegenheit, sich mit den anwesenden Freimaurer-Brüdern über Fragen zur Freimaurerei zu unterhalten.

Bei Interesse nehmen Sie bitte per Mail oder Post Kontakt mit uns auf, wir laden Sie gerne zu unseren Gästeabenden ein.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und grüßen Sie herzlich, Ihre Kasseler Loge "Zur Freundschaft"

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Dan Brown "Das verlorene Symbol"

Gästeabend der JL "Zur Freundschaft" in Kassel Montag, den 01. Februar 2010 um 20:00 Uhr in unserem Logenhaus in der Murhardstraße 6 in 34119 Kassel.

Diesmal versuchen wir, hinter die Kulissen des neuen good- oder best-sellers von Dan Brown zu sehen, um zu erkennen, ob der Nicht-Freimaurer Dan Brown richtige und wichtige Erkenntnisse und Verhaltensweisen von Freimaurern erkennbar widerspiegelt oder ob er lediglich ein verzerrtes und verzerrendes Bild wiedergibt. Der Referent des Abends, unser Bruder Dr. Dr. Christian Römer hilft uns dazu mit seinem Vortrag zum Thema "Dan Brown "Das verlorene Symbol". Wir würden uns freuen, wenn Sie als Gast gemeinsam mit uns Brüdern der Johannisloge "Zur Freundschaft" sich über das Thema informieren und anschließend mit uns über "Dan Brown "Das verlorene Symbol", aber auch über die Lehrart der Freimaurerei in unserer Loge ins Gespräch kommen. Damit werden Sie eingeladen zu prüfen, ob dies auch für Sie eine Möglichkeit sein kann, Ihr Leben aktiv mitzugestalten und sich uns deshalb anzuschließen. Zu diesem Abend sind auch die Ehefrauen / Partnerinnen bzw. Freund/Innen der Gäste und der Freimaurerbrüder willkommen. Anmeldungen werden erbeten an Herrn Peter Otto, Sekretär der Loge, unter der e-Mail Adresse gp.otto@gmx.de oder Fax: 05673-91 39 46.

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Ein Landschaftsgarten verdeutlicht die Ideale der Freimaurerei: UNESCO- Weltkulturerbe Dessau-Wörlitz spricht Verstand und Empfindung an

Dessau-Wörlitz mit seinem einzigartigen zum UNESCO- Weltkulturerbe zählenden Gartenreich war das Ziel einer faszinierenden Entdeckungsfahrt mehrerer Brüder der Kasseler Loge "Zur Freundschaft" mit ihren Frauen. Unter der kenntnisreichen Führung von Br. Hans-Dieter Baller erlebten sie eine Landschaftsgestaltung, die der Freimaurer Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau ( 1740-1817) gemeinsam mit seinem Freund und Berater, dem Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorf (1736- 1800), schuf. Die natürlichen Gegebenheiten des wasserreichen anhalt-dessauischen Auengebietes an Elbe und Mulde nutzend, entstand ein Gesamtkunstwerk, das Gartenbau und Architektur in bisher nie gekannter Harmonie vereinigt. Zahlreiche Anregungen fanden der Fürst und von Erdmannsdorf auf ihren Bildungsreisen nach England, Frankreich, Italien und den Niederlanden.

Als riesiger Park zieht das Land die Besucher in seinen Bann. Die Wörlitzer Parkanlage gilt als Herzstück der wohl frühesten großräumig inszenierten Landschaftsgestaltung Deutschlands. Bis heute zieht dieses Kleinod der Gartenkunst die Besucher in seinen Bann.

In einer Schrift der Wörlitz- Information heißt es nicht ohne Stolz: "Fürst Franz hat vor über 200 Jahren seinem gesamten Ländchen Anhalt-Dessau ein parkähnliches Aussehen gegeben. Getreu dem Wahlspruch, das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden entstand eine ganze Reihe großer und kleiner Gartenanlagen, die jeweils etwa eine halbe Stunde zu Pferde voneinander entfernt liegen." Das 150 Quadratkilometer große Areal umfaßt u.a. die Gärten von Kühnau, das Georgium, das Luisium, die Waldeinsamkeit auf dem Stieglitzer Berg, den Bertingpark, das Jagdgebiet um die Haideburg, den Tiergarten sowie die Wörlitzer Anlage und Schönitzer See. Dazu kommen noch zwei barocke Anlagen in Mosigkau und Oranienbaum. Gepflegte Alleen, Deiche, Gräben und Straßen verbinden ein Gefüge nutzbarer Garten-, Wald-, Gewässer- Wiesen- und Ackerflächen. Nach wie vor erwecken sie den Eindruck, als wäre das ganze Land ein einziger riesiger Park.

Auf Schritt und Tritt ist zu erleben, dass die Freimaurerei Pate stand Kunsthistoriker und Wissenschaftler sind sich darüber einig," dass die Idee des Landschaftsgartens von Freimaurern ausgegangen ist und dieser ohne die freimaurerischen Ziele nicht vollständig erklärt werden kann", betont Br. Hans-Dieter Baller in einem von ihm zusammengestellten Begleitheft zur Wörlitzfahrt.

Gleichzeitig helfe aber der Landschaftsgarten auch, vieles in der Freimaurerei zu begreifen, was uns heute schwer verständlich erscheint, weil uns der Zeitgeist der Entstehungsperiode der Freimaurerei fremd ist. Eine Parallele zu den freimaurerischen Reisen bei der Aufnahme kann der eingeweihte Besucher speziell in der Wörlitzer Anlage ausmachen: " Niemals führt der gerade Weg zum Ziel – die Wege sind verschlungen und manchmal, wenn man den direkten Weg sucht, muss man umkehren."

Unschwer lässt sich für einen Freimaurer nachvollziehen, dass in Wörlitz vor über 200 Jahren die spannende Möglichkeit geschaffen wurde, den Weg eines Suchenden in einem anderem Raum als dem Tempel zu erleben. Ein Weg, der weitgehend versucht, in einer anderen Symbolsprache zum gleichen Ziel zu führen und der auch von unseren Schwestern mitgegangen werden kann, denn er wurde für alle Menschen angelegt. Aber für den Freimaurer – besonders für den Bruder in unserer Großen Landesloge – sind doch einige Partien mit Ihren Gängen. Gewölben und Grotten ein Erlebnis, das zu einem verbesserten Verständnis der Ordenslehre führen kann. Manches, was in unseren Ritualen und Fragebüchern nur angedeutet und nicht erklärt wird, kann in Wörlitz verstanden und erläutert werden.

Wörlitz ist als pädagogischer Weg angelegt, der von Westen nach Osten führt. Die freimaurerischen Partien sind eingebunden in ein Ensemble von Staffagen, Skulpturen und Bauwerken, deren Sinn und Inhalt sich durch ihre Lage und ihre räumliche Beziehung zueinander verstärkt erschließt, so wie auch unsere Symbole sich durch ihre Beziehungen zueinander inhaltlich verstärken. Durch die als Sichtachsen angelegten Schneisen werden unterschiedliche Dinge in Beziehung gesetzt. Der Besucher soll diese Beziehungen erkennen, er soll erkennen und sehen lernen. Er soll sich selbst erkennen und seine Verantwortung in der Welt begreifen. Und er soll über sein Verständnis des Göttlichen in der Natur und im Menschen nachdenken.

Der Fürst wollte mit seinem Garten die Augen auch für das Schöne öffnen, und so steht die Statue der Göttin der Liebe, Venus, nicht nur am Ende der freimaurischen Partie, sondern sie ist von fast jedem Teil des Gartens zu sehen.

Mehr als 40 Bauwerke und Gartenarchitekturen sind zu bewundern "Du brauchst 4 bis 5 Tage zu dieser Tour, wenn Du alles sehen und mit einiger Ruhe genießen willst", schrieb Br. Johann Wolfgang von Goethe nach einer Wanderung durch das weiträumige Gartenreich. Aus fünf Teilen besteht der Wörlitzer Park: Schlossgarten, Schochs Garten, Weidenheger, Neumarks Garten und neue Anlagen. "Seen und Kanäle, Brücken und Gräben, Wiesen und Bäume, Tempel und Monumente beeindrucken den Besucher als gestaltete Natur, die an jeder Wegbiegung neue, malerische Bilder bereit hält" (www.weltkulturerbe-online.de). Zu Fuß oder vom Wasser aus in einer Gondel sitzend erschließen sich dem Besucher herrliche Eindrücke.

Mehr als 40 Bauwerke und Gartenarchitekturen kann man in Wörlitz bewundern, darunter das Landhaus, von Erdmanndorfs Gründungsbau klassizistischer Baukunst und das Gotische Haus, der früheste neugotische Schlossbau Deutschlands, das dem Fürsten als Sommersitz diente. Kostbare Sammlungen beherbergt das Landhaus, z.B. antike Plastiken, bedeutende Gemälde und zahlreiche Objekte der berühmten Wedgwood- Manufaktur. Zu den Kunstwerken im Inneren des Gotischen Hauses zählen schweizerische Glasmalereien des 15. bis 17. Jahrhunderts und Gemälde, unter anderem von Lucas Cranach d.Ä. Weitere klassizistische Bauwerke sind der Venustempel, das Pantheon, der Floratempel, das Nymphaeum und die Synagoge.

Fürst Franz setzte echte Maßstäbe für Menschenfreundlichkeit Ein Menschenfreund regierte in Anhalt-Dessau, der die Aufklärung nicht nur in Sonntagsreden predigte: Als Freimaurer praktizierte er sie ganz bewusst. So konnten sich Juden – europaweit Jahrhunderte lang verfolgt oder in Ghettos gesperrt – sogar als Bauern und Handwerker niederlassen. Ohne Vorbehalt waren sie willkommen in Anhalt-Dessau, was damals in vielen anderen Ländern undenkbar war. Als die jüdische Gemeinde einen Betsaal suchte, schenkte Fürst Franz ihr einen Tempel in seinem Wörlitzer Garten, der so zum einzigen Schlosspark wurde, der eine Synagoge aufweist. Als Zeichen religiöser Gleichberechtigung und Akzeptanz steht sie unmittelbar neben der evangelischen Kirche.

"Wanderer achte die Natur und die Kunst und schone ihre Werke". Diese Warnung vor Fehlentwicklungen ließ Fürst Franz vor über 200 Jahren in Stein meißeln und schuf damit das erste Monument des Naturschutzes. Wer selbst erleben möchte, wie schonend und weitsichtig man mit der wertvollen Ressource Natur umgehen kann, der sollte das Wörlitzer Gartenreich besuchen. Investitionen in die Natur waren dem Fürsten wichtiger als Investitionen in das Militär: Es gab keine Armee, denn "unsere Rüstkammern sind die Baumschulen".

"Vater Franz" nannten die Bürger den Schöpfer der Wörlitzer Anlagen, die kein Zaun von Stadt und umgebender Landschaft trennte. Jedermann hatte freien Zutritt und sogar das Schloss konnte von Anfang an besichtigt werden. Geradezu typisch für den aufgeklärten Landesherrn: Das Dessauer Theater wies keine woanders übliche Fürstenloge auf. Zur Linderung der Armut in der Bevölkerung schuf Fürst Franz eine hervorragend organisierte Armenhilfe , die unentgeltliche gesundheitliche Betreuung einschloss . Eine "Schule der Menschenfreundlichkeit" entstand 1771 auf Anregung des Landesherrn. Hier sollten " kein Federhut und eine reicher besetzte Tafel mehr den Bürger vom Edelmann unterscheiden": Es gab deshalb eine einheitliche Schulkleidung. Erhard Hirsch in dem Buch "Das Gartenreich Wörlitz": "Eine fröhliche Erziehung ohne Prügelstrafe, ein unbefangenes Lehrer- Schüler-Verhältnis löste die Paukschule alter Prägung ab. Man erstrebte Anschaulichkeit des Unterrichts durch Modell- und Naturaliensammlungen, durch Besichtigungen, handwerklichen Unterricht und durch Gartenarbeit".

Mit der Auszeichnung als Weltkulturerbe ehrt die UNESCO ein Vorbild Wenn irgendwo die Philosophie der Aufklärung vorbildlich Gestalt gefunden hat, dann in den Elbauen bei Dessau. Auf den Einklang von Mensch, Natur und Landschaft kam es dem Schöpfer an. Das Gartenreich Dessau-Wörlitz ist "ein herausragendes Beispiel für die Umsetzung philosophischer Prinzipien der Aufklärung in einer Landschaftsgestaltung, die Erziehung und Wirtschaft harmonisch miteinander verbindet." Mit diesen Worten begründete das UNESCO-Weltkulturerbekomitee 2000 die Aufnahme der Kulturlandschaft in die Weltkulturerbeliste.

Bereits 1998 erklärte die UNESCO die Kulturlandschaft Gartenreich Dessau- Wörlitz zum "Biosphärenreservat", in dem u.a. Elbebiber, mehr als 150 Brutvogelarten, darunter Weißstorch, Kranich und Seeadler, über 500 Schmetterlingsarten und unzählige geschützte und streng geschützte Insektenarten leben. Das Biosphärenreservat weist darüber hinaus etwa 25000 teilweise uralte Solitäreichen auf sowie über 400 Jahre alte Hartholzauenwälder und etliche selten gewordene Wildobstarten.

Die Kulturlandschaft Gartenreich Dessau-Wörlitz – das hebt Thomas Weiß in dem von ihm herausgegebenen und im L&H Verlag erschienenen Reiseführer hervor – ist also in einer einmaligen Kombination Teil zweier UNESCO-Programme: "Nirgendwo in Europa gibt es auf engstem Raum ein vergleichbares Neben- und Miteinander von UNESCO-Stätten".

Hans R. Kirchhoff

Br. Hans-Dieter Baller ist gerne bereit, auch mit anderen Logen oder Gruppen von Freimaurern seine freimaurerisch – philosophische Wanderung durch den Wörlitzer Park zu wiederholen. Wer Interesse hat, kann sich mit ihm unter Telefon 05609 – 9300 in Verbindung setzen.

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Literarischer Abend

Literarischer Abend u.a. mit Texten von Kurt Tucholsky und Erich Kästner im Logenhaus, Murhardstr. 6, Kassel für Montag, den 16. November 2009 um 20:00 Uhr

Der Abend wird gestaltet durch Bernd Kaun, Jutta Poetzsch und Markus Zosel, Mitglieder des Lehrerkabaretts der Erich-Kästner-Schule in Baunatal.

Anlässlich von "100 Jahre Erich Kästner" gründet der heutige Förderstufenleiter Bernd Kaun zusammen mit inter-essierten Kolleginnen und Kollegen 1998/99 das "EKS-Lehrerkabarett". Erich Kästners Engagement für das deut-sche Kabarett war dabei ohne Frage Vorbild. Insbesondere Kästners Ablehnung von Krieg und Faschismus hat ne-ben der gemeinsamen Freude am Vortrag und Spielen das Lehrerkabarett inhaltlich bestimmt. Dabei präsentierte das kabarettbegeisterte Pädagogenensemble literarisch-politische Texte in bisher fünf Programmen. Witzige Chan-sons und kritisch-humorvolle Couplets, Lyrisches und parodistische Szenen von Autoren wie Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz, aber auch Beiträge von Frank Wedekind, Otto Reutter, Friedrich Hollaender, Werner Finck, Günther Neumann , Georg Kreisler, Heinz Erhardt sind in den Aufführungen zu sehen und zu hören. Alle bisherigen Aufführungen in der Schulaula und im Palastzelt waren restlos ausverkauft. Damit ist das EKS-Leh-rerkabarett über die Schulgemeinde hinaus in der Region bekannt geworden.

Wir würden uns freuen, Sie an diesem Abend in unserem Logenhaus begrüßen zu dürfen. Für die organisatorische Vorbereitung ist es uns eine Hilfe, wenn wir Ihre Anmeldung bis zum 11.11.2009 in Händen haben.

Kurt Tucholsky (* 9. Januar 1890 in Berlin; † 21. Dezember 1935 in Göteborg) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Tucholsky zählte zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Als politisch engagierter Journa-list und zeitweiliger Mitherausgeber der Wochenzeitschrift 'Die Weltbühne' erwies er sich als Gesellschafts-kritiker in der Tradition Heinrich Heines. Zugleich war er Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor und Lyriker. Er verstand sich selbst als linker Demokrat, Pazifist und Antimilitarist und warnte vor rechten Tenden-zen - vor allem in Politik, Militär und Justiz - und vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus. Kurt Tucholsky war Freimaurer, aufgenommen am 24. März 1924 in der Berliner Loge "Zur Morgenröte"

Erich Kästner (* 23. Februar 1899 in Dresden; † 29. Juli 1974 in München) war ein deutscher Schriftsteller, Drehbuchautor und Kabarettist, der breiten Kreisen der deutschen Bevölkerung vor allem wegen seiner hu-morvollen, scharfsinnigen Kinderbücher und seiner humoristischen bis zeitkritischen Gedichte bekannt ist. Erich Kästner wurde 1968 der Literaturpreis Deutscher Freimaurer zusammen mit dem Lessing-Ring in Kas-sel überreicht.

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Kant-Vortrag faszinierte viele Zuhörer in unserem Logenhaus

Mit einem Vortrag zum Thema " Grundgedanken der Ethik Immanuael Kants (1724- 1804)" faszinierte Dr. habil. Klaus-Jürgen Grün, Hochschuldozent für Philosophie der Johann-Wolfgang von Goethe- Universität Frankfurt am Main seine Zuhörer im Haus Murhardstraße 6 der Kasseler Loge "Zur Freundschaft". Didaktisch meisterhaft und in vollkommen freier Rede führte er die aufmerksam mitgehenden Teilnehmer des Gästeabends in das Werk des großen Philosophen ein und gestaltete so die Veranstaltung wohl für alle zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Auf dem kategorischen Imperativ basiert Kants Sittenlehre In seinem Hauptwerk "Kritik der reinen Vernunft" begründete Kant die Sittenlehre ( Ethik). Das darin enthaltene sittliche Grundgesetz für den moralischen Wert einer Tat – bekannt als kategorischer Imperativ – lautet: " Handele so, dass die Maxime deines Willens jeder Zeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten kann!" Dies bedeutet, dass die Lust oder der eigene Vorteil niemals als Prinzip einer Sittenlehre gelten kann, weil beide nur individuelle Geltung besitzen, also nicht zu Allgemeingültigem führen. Dem obersten Sittengesetz, dem kategorischen Imperativ zu folgen, ist Pflicht eines jeden: Ausnahmen aufgrund von Geburt, Stand oder Reichtum gibt es nicht.

Kants rigorose Religionslehre negiert die wissenschaftliche Gotteserkenntnis Aus der Ethik heraus entwickelte Kant in seiner Schrift "Religion innerhalb der Grenzen der reinen Vernunft" seine Religionslehre. Der Grundgedanke ist hier die Zurückführung der Religion auf Moral, die sich zur Idee eines "moralischen Gesetzgebers" erweitern kann: Je reifer die Vernunft wird, je mehr sie den moralischen Sinn für sich festhalten kann, um so entbehrlicher werden nach Kant die Satzungen des Kirchenglaubens. Gott, die Seele und die Welt als Ganzheit – bisher Hauptgegenstände der Metaphysik – sind zwar prinzipiell, da den Sinnen nicht zugänglich, unerkennbar, können aber als "regulative Ideen" die Erkenntnis leiten. Eine objektive, also wissenschaftliche Gotteserkenntnis gibt es nach den Prämissen des System Kants nicht.

"Ethik ist der Ausdruck für die Hoffnung, dass es menschlicher zugeht" Im Anschluss an den Vortrag entspann sich eine längere, lebhafte Diskussion mit dem Referenten, von dem u.a. eine bestechende Definition des Begriffes Ethik stammt: "Ethik ist der Ausdruck für die Hoffnung, dass es menschlicher zugehen möge in der Welt als es die gegenwärtig zu beobachtenden Verhältnisse offenbaren".

Hans R. Kirchhoff

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Sommerfest in Niestetal

Das war ein gelungenes Sommerfest - mit Teilnehmern aus nah und fern Zu unserem traditionellen Sommerfest in Niestetal kamen viele Brüder mit ihren Familien, darunter eine große Anzahl fröhlicher Kinder. Seine besondere Freude bekundete der Vorsitzende Meister, Karl Mai in seiner Begrüßungsansprache über die Teilnahme einiger Bruder-Witwen, die nach wie vor die Verbindung zu unserer Loge aufrecht halten. Selbst aus dem thüringischen Nordhausen reisten einige Brüder unserer Patenloge "Zur gekrönten Unschuld" mit ihren Frauen und Kindern an.

In erster Linie dem Abgeordneten Meister Ulli Wieczorek dankte der Vorsitzende Meister für die hervorragende Vorbereitung und Organisation des Sommerfestes, zu dessen Gelingen auch mehrere "helfende Brüder" beitrugen. Grillwürste und Steaks fanden reißende Abnahme: Wer hungrig blieb war, selbst daran schuld. Hervorragend schmeckten die Salate, Kuchen, Torten und der Kaffee, die einige Schwestern und Brüder zubereitet und mitgebracht hatten.

Das Zusammensein hat allen gut getan und festigte unsere Gemeinschaft einmal mehr. Ein gemütliches, rundes Fest für die Teilnehmer, die auch vom Wettergott nicht enttäuscht wurden. Was die wenigsten mit bekamen, regelten die Brüder Ulli Wieczorek, Karl Mai, seine Frau, unsere Schwester Hilde und einige unentwegt "helfende Hände" dann zum Schluss: Es galt, die Grillhütte, den Festplatz und das "Nebengebäude" aufzuräumen bzw. wieder flott zu machen, was mit vereinten Kräften geschah.

Hans R. Kirchhoff

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Dr. Klaus Ziesemer ist neuer Vorsitzender Meister der Johannisloge "Zur Freundschaft" in Kassel

Dr. Klaus Ziesemer übernahm am Samstag, 16. Februar 2008, als Vorsitzender Meister die Leitung der traditionsreichen Kasseler Freimaurerloge "Zur Freundschaft".

Der Provinzialmeister von Hessen Hans Förster setzte ihn anlässlich des 114. Stiftungsfestes im Kasseler Logenhaus Murhardstr. 6 ein. Gleichzeitig verabschiedete er den bisherigen Vorsitzenden Meister Karl Mai und zeichnete ihn in Anerkennung seines 9-jährigen Wirkens mit dem Ehrenzeichen für Alt-Logenmeister am blauen, goldgekanteten Band aus.

Ziesemer schloss sich 1984 der Kasseler Loge "Zur Freundschaft" an. 1989 begann seine Mitgliedschaft in der Andreasloge "Ignis Sacer" zu Kassel. Das Ordenskapitel "Coronata" zu Frankfurt am Main berief ihn 1993. Den 10. Grad erreichte er 2003.

Trotz seines beruflichen Engagements als Geschäftsführer eines großen Industrieunternehmens widmete Ziesemer der Kasseler Johannisloge "Zur Freundschaft" einen großen Teil seiner Freizeit: ab 1993 als Instruktionsmeister für den 1. und 2. Grad, ab 1994 als Redner und stellvertretender Einführender Bruder, ab 1988 als 2. Aufseher sowie ab 2005 als 1. Abgeordneter Meister bis zu seiner Wahl zum Vorsitzenden Meister. Ab 2000 bekleidete er ferner das Amt des Redners und ab 2004 das des Instruktionsmeisters der Andreasloge. Von 2002 bis 2005 nahm er ebenfalls das Amt des Redners der Provinzialloge von Hessen wahr.

Dr. Ziesemer erklärte in einer Ansprache kurz nach seiner Einsetzung: "Programme leben nicht von Worten, sondern von Taten…Analysen und daraus folgende Programme sind eine notwendige Grundlage für unser Handeln! Gelingen können die besten Pläne aber nicht ohne Emotionen, ohne diese positive Energie, die aus dem Wir-Gefühl und gemeinsam erreichten Erfolgen erwächst. Wir haben den Anspruch, ein besonderer Verein zu sein. Lasst uns gemeinsam diesen Anspruch untermauern und dafür arbeiten, ihm noch mehr gerecht zu werden."

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Die römische Kurie spricht den Tempelorden nach 700 Jahren frei

Die römische Kurie spricht den Tempelorden nach 700 Jahren frei
Seit dem 14. Jahrhundert galten die Tempelritter als Ketzer und Teufelsanbeter Sie sollen das Kruzifix bespuckt, Gott und Jesus verleugnet, den Teufel in Gestalt eines Götzen ("Baphomet") angebetet haben. Die Inquisition warf ihnen vor, gegen das Keuschheitsgelübde verstoßen, weibliche Mägde missbraucht und anschließend umgebracht, manchmal sogar verspeist sowie ungeniert Unzucht untereinander und mit ihren Knappen und Knechten getrieben zu haben.

Sie hätten mit den ungläubigen Barbaren im Morgenland paktiert und deren heidnische Lehren aufgesogen. Die wahren Weisheiten aber, die sich ausschließlich im Besitz der katholischen Kirche befänden und von dieser durch den "Stellvertreter Jesu Christi auf Erden" im Namen Jesu verkündigt werden, hätten die Templer mit Füßen getreten.

Tatsache ist die Macht, der politische, militärische und ökonomische Einfluss des Tempelordens, seine Funktion als erstes international tätiges Bankinstitut des Mittelalters. Der damit verbundene sagenhafte Reichtum ist legendär. Die Mär über den "geheimen, bis heute nicht geborgenen unermesslich großen Schatz" lässt immer noch Abenteurer (vergebens!) danach suchen. Bestsellerautoren und ihre Verlage sowie Hollywood-Produzenten, die in den letzten Jahren die Geschichten um den Tempelorden vermarkteten, wurden damit vermutlich reicher, als es die Tempelritter je waren. Die Katholische Kirche und der französische König Philipp "der Schöne" jedenfalls stempelte die Templer zu nichtswürdigen Ketzern. Diese seit siebenhundert Jahren festgeschriebene "historische Wahrheit" erfährt nun (endlich) eine Totalrevision mit offensichtlicher Absegnung seitens höchster kirchlicher Autorität - durch den Vatikan.

König Philipp IV. (der "Schöne") von Frankreich hatte leichtes Spiel
In der Dunkelheit des frühen Morgen am 13. Oktober 1307, einem Freitag – der Tag war sorgsam symbolträchtig gewählt, galt doch im besonders abergläubigen Mittelalter Freitag, der 13. als "verhexter Tag" – ließ er seine Bogenschützen vor den Toren der gewaltigen Templerfestung mitten in Paris aufmarschieren. Die dort versammelten Templer, darunter die gesamte Ordensführung mit dem Ordensmeister Jaques de Molay an der Spitze, öffneten den königlichen Soldaten ahnungslos die Tore. Alle Tempelritter und auch ihre Knappen und Bediensteten wurden sofort verhaftet und in ihre eigenen Burgverliese gesperrt.

Zur selben Stunde, generalstabsmäßig von langer Hand geplant und vorbereitet, überfielen überall in Frankreich die Schergen des Königs Burgen, Komtureien und Güter des Tempelordens, nahmen fast alle Templer in Haft. Nur wenigen gelang die Flucht, buchstäblich "nur mit dem, was sie auf dem Leib hatten". Die Soldaten beschlagnahmten den gesamten Grund und Boden, Inventar, Lagerhäuser und vor allem die Truhen mit zum Teil hohen Bargeldbeträgen samt allen dazugehörigen Kassenbüchern.

Nach 200 Jahren Dienst als "Orden der Streiter Gottes gegen die Ungläubigen" Tod auf dem Scheiterhaufen
Für die Templer begannen 7 grausame Jahre unmenschlicher Haftbedingungen. Hunger, Durst, Kälte und Krankheiten, unterbrochen nur durch die ständig wiederkehrenden Verhöre seitens der damit beauftragten Patres der Inquisition, die so genannte "Geständnisse" mit Folter und Demütigungen erzwangen. Viele Tempelritter überlebten die Torturen der Haft nicht oder starben an den Folgen der Folterqualen. Hunderte verbrannten nach zwei bzw. drei Jahren in den Feuern der Scheiterhaufen. Den Ordensmeister Jaques de Molay und seine beiden noch lebenden nächst ranghöchsten Vertreter unterzogen die Inqisitionspatres während des sich über sieben Jahre hinziehenden Prozesses regelmäßig nach der Folter intensiver Krankenpflege, weil diese drei obersten Repräsentanten des Tempelordens das erbärmliche und grausame Ende noch erleben sollten, das sich König Philipp ausgedacht hatte: Am 18. Oktober 1314 hängte man sie mit kreuzweise über dem Kopf gebundenen Händen an einem Galgen auf, unter dem ein Scheiterhaufen errichtet war. Auf schwelendem Feuer schmorten die Henker sie qualvoll langsam zu Tode.

Ein mittelalterlicher Krimi
Diese Hinrichtung, wie schon zuvor die gesamte Hetzjagd auf den Tempelorden, war ein Komplott Philipps IV., ein bewusst inszenierter Justizskandal. Kein einziger Vorwurf entsprach den Tatsachen. Berühmte Zeitgenossen waren schon davon überzeugt und nachfolgend alle von katholischen Doktrinen unabhängigen Historiker.

Nun bestätigt ein neues Buch diese Erkenntnisse: Das im offiziellen Verlag des Vatikan am 25. Oktober 2007 der Öffentlichkeit präsentierte Werk "Processus contra Templarios" der Professorin Barbara Frale und ihrer Mitarbeiter basiert auf Dokumenten, die im päpstlichen Geheimarchiv wiederentdeckt wurden. Erst 2001 fand die oberste Vatikan-Archivarin das so genannte "Chinon-Pergament", benannt nach dem französischen Ort Chinon. Es sei deshalb jahrhundertelang verschollen gewesen, "weil es falsch abgelegt war". (Wer’s glaubt, wird selig!)

Der Vatikan hat nun endlich, exakt 700 Jahre später, den Tempelorden von allen Vorwürfen freigesprochen
Das "Chinon-Pergament" enthält die Protokolle der Vernehmung der drei obersten Tempelritter durch Papst Clemens V. im Jahr 1314 und endet mit der päpstlichen Absolution für den Orden und die Ritter. Der Papst sprach die Templer frei, bat sie sogar ausdrücklich um Verzeihung für das bereits geschehene Unrecht.

Der Tempelorden war vernichtet
Einfluss auf den Ausgang der Templerprozesse hatte diese späte Reue Clemens V. nicht mehr. Dieser französische "Marionettenpapst", von König Philipp IV. höchstpersönlich mit gewaltigen Bestechungssummen und Gewaltandrohungen in Richtung unwilliger Kardinäle in den Stuhl Petri gehievt, hatte bereits 1312 die entscheidenden Fakten mit einer päpstlichen Bulle geschaffen. Der Orden wurde aufgelöst, total vernichtet, das Vermögen verteilt auf die habgierigen Interessenten: Könige, Fürsten, Bischöfe, Abteien und Klöster sowie der Johanniterorden (der sich seit seiner Ansiedlung auf der Mittelmeerinsel Malta "Malteser-Orden" nennt). Bis auf die drei höchsten Würdenträger mussten die wenigen Tempelritter, welche die vorausgegangenen Pogrome überlebt hatten, den Orden verlassen.

König Philipp IV. hatte das Ergebnis der päpstlichen Untersuchung nie interessiert, sie passte ohnehin nicht in sein eigenes Konzept, das als Finale den Tod der höchsten Templer vorsah. Folglich ignorierte er die päpstliche Freisprechung und ließ das Todesurteil auch über diese drei aufrechten Tempelritter vollstrecken, die bis zuletzt ihre persönliche Unschuld und die Schuldlosigkeit des gesamten Ordens beteuert hatten.

Wolfgang Nieft

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110 Jahre Johannisloge "Zur Freundschaft" in Kassel Jubiläums-Stiftungsfest am 27./28. Februar 2004

1893 entsteht die Loge als ein Teil der weltweiten Bruderkette
Die Loge "Zur Freundschaft" gehört der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland - dem Freimaurerorden (GLL FvD) mit Sitz in Berlin an, die 1770 auf Initiative Friedrichs des Großen von dem preußischen General-Feldmedicus Johann Kellner von Zinnendorf gegründet wurde. Auf dem Fundament der 1773 unter der Patenschaft von Landgraf Friedrich II von Hessen- Kassel ins Leben gerufenen Kasseler Loge "Friedrich von der Freundschaft" entstand 1893 die heutige Loge "Zur Freundschaft". Das im Vorderen Westen gelegene Logenhaus Murhardstraße 6 ist der zentrale Ort und regelmäßige Treffpunkt des Bruderbundes. Inzwischen hat sich die Loge "Zur Freundschaft" zur größten Ordensloge in Hessen entwickelt. Sie ist Teil einer Gemeinschaft von über sechs Millionen weltweit brüderlich verbundenen Menschen. Die Mitglieder des Freimaurer- Ordens suchen Gott im Rahmen eines dogmenlosen Christentums, das für sie die vollkommenste Form des Humanitätsideals darstellt. "Brüder" nennen sich die Freimaurer, weil sie davon überzeugt sind, wie alle Menschen Kinder Gottes zu sein. Es spielt keine Rolle, welches christliche Bekenntnis der Einzelne hat. Die Zugehörigkeit zu einer Kirche wird nicht verlangt.

Freimaurer setzen sich ein für Freiheit, Brüderlichkeit und Toleranz
Was haben Friedrich II von Preußen, Wolfgang Amadeus Mozart, Louis Satchmo Armstrong, Johann Wolfgang von Goethe, Oscar Wilde, Mark Twain, John Wayne, Kurt Tucholsky, Charlie Chaplin, Marc Chagall, Izak Rabin und Holger Börner gemeinsam? Sie alle waren bzw. sind Freimaurer mit dem Ziel, einen geistigen Kampf zugunsten des friedlichen Zusammenlebens der Menschen zu führen. Für die Freimaurer- Werte: Humanität,Toleranz und Akzeptanz des anderen setzen sich nach wie vor Brüder unterschiedlicher Herkunft ein. Unser Bund ist alles andere als ein elitärer Exklusiv-Klub, betont die Loge "Zur Freundschaft". Sie vereinigt Männer aus allen Schichten der Gesellschaft: Angestellte, Arbeiter, Beamte, Freiberufler, Handwerker, Unternehmer, Kaufleute, Ingenieure, Informatiker, Politiker, Ärzte, Juristen, Theologen, Pädagogen, Künstler und Journalisten. Zwei bedeutende Persönlichkeiten sind Ehrenmitglieder: Hessens früherer Ministerpräsident Holger Börner und der Kasseler Ehrenbürger Arnold Bumi Lazar aus Tel Aviv/Israel, der sich große Verdienste um die israelisch-deutschen Beziehungen erworben hat. Speziell bei der jungen Generation findet die Kasseler Loge neuerdings zunehmende Resonanz . Ihr Internet- Auftritt stößt auf großes Interesse.

Nur über den Einzelnen kann die Gesellschaft humaner werden
"Arbeit am rauhen Stein", dieser symbolische Begriff geht zurück auf das Brauchtum der Steinmetz- Bruderschaften und der Werkmaurer der mittelalterlichen Dombauhütten. "Arbeit am rauhen Stein" bedeutet für uns Arbeit an uns selbst, Erziehung zu Duldsamkeit, Nächstenliebe und gesellschaftlicher Verantwortung, erklärt Karl Mai, der Vorsitzende Meister der Loge "Zur Freundschaft". Nur über den einzelnen kann die Gesellschaft humaner werden. So sind die sittlichen Werte und Überzeugungen, welche die Loge in ihren Mitgliedern wecken und stärken will, unmittelbar am Mitmenschen orientiert. Dies kommt in dem Motto "Brücken bauen" zum Ausdruck. Speziell in unserer Zeit der vorwiegend materialistisch geprägten Gesellschaft mit ihrem Pluralismus der Gleichgültigkeit, den der Soziologe und Freimaurer Herbert Marcuse so treffend mit "repressiver Toleranz" beschrieben hat - da sich viele ideell desorientiert fühlen und den Mangel an geistigen Werten beklagen - hat die Freimaurerei sehr viel mehr zu bieten als abstrakte und theoretische Denkmodelle. Solange irgendwo auf der Welt die Menschenwürde, die Entfaltung der eigenen Persönlichkeitswerte und der geistigen Freiheit unterdrückt werden, rechtfertigt dies allein schon das besondere Engagement der Freimaurer gerade heute.

Zur Klarstellung: Was es mit dem "Geheimnis" wirklich auf sich hat
Daß Freimaurer ein traditionelles "Logengeheimnis" bewahren, soll nicht verschwiegen werden. Damit ist symbolisch das gemeinsame Erlebnis der internen rituellen Zusammenkunft, der "Arbeit" gemeint. Über dieses Erlebnis, das jeder einzelne Bruder auf seine besondere Weise mit Verstand und Gefühl empfindet, wird er grundsätzlich nicht mit einem Menschen sprechen, der kein Freimaurer ist: Dieser würde es nicht nachvollziehen können, da ihm die persönliche Erfahrung fehlt.

Die Logen stellen keine "Geheimbünde" dar , wie diffamierender Weise auch heute noch hin und wieder zu lesen oder zu hören ist. Allein schon der Ruf und das Wirken der berühmten Freimaurer sprechen gegen diese Verdächtigung. Geschichte, Wesen, Ziele, Satzung und Namen der Vorstände sind öffentlich zugänglich. Daß ein Bruderbund, der zum Niedergang des Absolutismus beitrug, der sich für "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" einsetzt und der weltweit als Vorkämpfer der demokratischen Rechte gilt, z.B. von der Nazi- Propaganda als "gefährliche, zu bekämpfende Organisation" verteufelt wurde, entbehrt nicht einer abwegigen Logik, die hier und da immer noch herumgeistert.

"Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden..."
"Toleranz ist für uns nicht gleichgültiges Gewährenlassen, sondern eine Geisteshaltung, die aus steter Arbeit an uns selbst und aus dem Wissen um menschliche Schwächen und Unzulänglichkeiten erwächst. Für uns bedeutet `frei von Ideologie` daher die Absage an jeden Totalitätsanspruch," so heißt es in einer Presseinformation der Loge. Diktaturen, wie das sogenannte "Dritte Reich" haben die Freimaurerei daher unnachsichtig verfolgt. In Kassel geschah dies unter der Leitung des besonders fanatischen NS-Kreisleiters Dr. Roland Freisler, später berühmt-berüchtigter "Vollstrecker des Teufels" und Präsident des sogenannten "Volksgerichtshofes". So mußte sich auch die Loge "Zur Freundschaft" 1935 auflösen, ihr gesamtes Eigentum wurde geraubt, das Logenhaus - damals Kölnische Straße 54 - kurzer Hand beschlagnahmt und einem "verdienten Parteigenossen" zugewiesen. Von der Gestapo überwacht fand die letzte freimaurerische Zusammenkunft statt. Der damalige Vorsitzende Meister Hans Kempf beendete sie mit dem Gebet "Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden..." Autoritäre Strukturen sind ganz offensichtlich nicht in der Lage, einen Bund zu ertragen, der sich der Toleranz und der Humanität verschrieben hat.

Während der "dunklen Zeit" der Nazi-Diktatur trafen sich mehrere Brüder regelmäßig unter großer Vorsicht im Haus des Kasseler Maschinenbau- Fabrikanten Hans Vetter in der Goethestraße. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Freimaurerei, wieder aufleben, ähnlich wie nach der 1989 erfolgten Wende in der ehemaligen DDR: Bei der Reaktivierung der 1935 zuerst von den Nazis und dann von den Kommunisten verbotenen, 1770 gegründeten traditionsreichen Loge "Zur gekrönten Unschuld" in Nordhausen/ Thüringen engagierten sich 1991 zahlreiche Brüder der Kasseler Loge "Zur Freundschaft". In allen Staaten des "Warschauer Vertrages" war Jahrzehnte lang jegliche Logenarbeit untersagt.

Kein Wunder, denn freiheitliche Grundrechte und Gewaltenteilung sind Ergebnisse des Mitwirkens von Freimaurern. In Deutschland sicherte der Freimaurer Friedrich der Große Glaubens- und Gewissensfreiheit. Er schuf den ersten Rechtsstaat der modernen Geschichte auf deutschem Boden. Die Verankerung der Grundrechte und der Gewaltenteilung in der Verfassung der USA sowie in der Staatsordnung Frankreichs zu Beginn der französischen Revolution und darauf basierend im Grundgesetz der Bundespublik Deutschland und z.B. in der Hessischen Verfassung ist ein überzeugendes Ergebnis des maßgeblichen Einflusses von Freimaurern.

Logenbrüder halfen den Frieden fördern. So reichten sich nach dem Ersten Weltkrieg der französische Premierminister Aristide Briand und der deutsche Außenminister Gustav Stresemann zum Erstaunen vieler Zeitgenossen über die Grenzen hinweg die Hände. Zwei "Erbfeinde" schlossen Frieden: Die Kraft der Bruderschaft war größer. Beide waren Freimaurer.

Hans R. Kirchhoff

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Erstes Benefiz- Konzert im Logenhaus ermutigt zu weiteren Wohltätigkeits- Aktionen

Einen ermutigenden Erfolg erzielte die Johannis- Loge "Zur Freundschaft" mit ihrem ersten Benefiz- Konzert, bei dem das Kasseler Billroth- Quartett Werke von Schubert und Tschaikowski zu Gehör brachte und großen Beifall erhielt:

Der 1. Abgeordnete Logenmeister Ullrich Wieczorek konnte dem Initiator der Aktion "Fahrende Ärzte" in Kassel Dr. med. Gero Moog (im Bild links) nach dem Kammermusik- Nachmittag einen Scheck über 1000 DM zugunsten bedürftiger Patienten überreichen.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. med. Giesler und einigen weiteren ehrenamtlichen Helfern kümmert sich Dr. Moog in den verschiedenen Stadtteilen um mittellose Patienten, die von der herkömmlichen medizinischen Versorgung nicht erfasst werden. Dieses beispielhafte humanitäre Engagement erfolgt aus freien Stücken und kostenlos.

Aus Spenden der Besucher kam die Summe zusammen. Darüber hinaus unterstützten mehrere Freimaurer- Brüder aktiv und finanziell dieses Wohltätigkeits- Konzert, das die Loge "Zur Freundschaft" als Auftakt für ähnliche Aktionen veranstaltet hatte.

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Freimaurer- Bruderbund

Über 40 Straßen und Plätze sowie fünf von acht Gymnasien in Kassel tragen die Namen von Freimaurern. Viele von ihnen beeinflussten entscheidend die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung der Stadt. Sie bezeugen die lange Tradition der Freimaurerei, zu der auch die Loge "Zur Freundschaft" gehört. Unter das Motto "Brücken bauen" stellte der Bruderbund sein 110. Stiftungsfest mit öffentlichem Festakt im Gießhaus der Universität Kassel – erbaut von dem Freimaurer Carl Georg Christian Henschel – , einer Festarbeit TA I im Logenhaus Murhardstraße und einem Festbankett im Gartensaal der Kasseler Stadthalle.

1893 entsteht die Loge als ein Teil der weltweiten Bruderkette
Die Loge "Zur Freundschaft" gehört der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland - dem Freimaurerorden (GLL FvD) mit Sitz in Berlin an, die 1770 auf Initiative Friedrichs des Großen von dem preußischen General-Feldmedicus Johann Kellner von Zinnendorf gegründet wurde. Auf dem Fundament der 1773 unter der Patenschaft von Landgraf Friedrich II von Hessen- Kassel ins Leben gerufenen Kasseler Loge "Friedrich von der Freundschaft" entstand 1893 die heutige Loge "Zur Freundschaft". Das im Vorderen Westen gelegene Logenhaus Murhardstraße 6 ist der zentrale Ort und regelmäßige Treffpunkt des Bruderbundes. Inzwischen hat sich die Loge "Zur Freundschaft" zur größten Ordensloge in Hessen entwickelt. Sie ist Teil einer Gemeinschaft von über sechs Millionen weltweit brüderlich verbundenen Menschen. Die Mitglieder des Freimaurer- Ordens suchen Gott im Rahmen eines dogmenlosen Christentums, das für sie die vollkommenste Form des Humanitätsideals darstellt. "Brüder" nennen sich die Freimaurer, weil sie davon überzeugt sind, wie alle Menschen Kinder Gottes zu sein. Es spielt keine Rolle, welches christliche Bekenntnis der Einzelne hat. Die Zugehörigkeit zu einer Kirche wird nicht verlangt.

Freimaurer setzen sich ein für Freiheit, Brüderlichkeit und Toleranz
Was haben Friedrich II von Preußen, Wolfgang Amadeus Mozart, Louis Satchmo Armstrong, Johann Wolfgang von Goethe, Oscar Wilde, Mark Twain, John Wayne, Kurt Tucholsky, Charlie Chaplin, Marc Chagall, Izak Rabin und Holger Börner gemeinsam? Sie alle waren bzw. sind Freimaurer mit dem Ziel, einen geistigen Kampf zugunsten des friedlichen Zusammenlebens der Menschen zu führen. Für die Freimaurer- Werte: Humanität,Toleranz und Akzeptanz des anderen setzen sich nach wie vor Brüder unterschiedlicher Herkunft ein. Unser Bund ist alles andere als ein elitärer Exklusiv-Klub, betont die Loge "Zur Freundschaft". Sie vereinigt Männer aus allen Schichten der Gesellschaft: Angestellte, Arbeiter, Beamte, Freiberufler, Handwerker, Unternehmer, Kaufleute, Ingenieure, Informatiker, Politiker, Ärzte, Juristen, Theologen, Pädagogen, Künstler und Journalisten. Zwei bedeutende Persönlichkeiten sind Ehrenmitglieder: Hessens früherer Ministerpräsident Holger Börner und der Kasseler Ehrenbürger Arnold Bumi Lazar aus Tel Aviv/Israel, der sich große Verdienste um die israelisch-deutschen Beziehungen erworben hat. Speziell bei der jungen Generation findet die Kasseler Loge neuerdings zunehmende Resonanz . Ihr Internet- Auftritt stößt auf großes Interesse.

Nur über den Einzelnen kann die Gesellschaft humaner werden
"Arbeit am rauhen Stein", dieser symbolische Begriff geht zurück auf das Brauchtum der Steinmetz- Bruderschaften und der Werkmaurer der mittelalterlichen Dombauhütten. "Arbeit am rauhen Stein" bedeutet für uns Arbeit an uns selbst, Erziehung zu Duldsamkeit, Nächstenliebe und gesellschaftlicher Verantwortung, erklärt Karl Mai, der Vorsitzende Meister der Loge "Zur Freundschaft". Nur über den einzelnen kann die Gesellschaft humaner werden. So sind die sittlichen Werte und Überzeugungen, welche die Loge in ihren Mitgliedern wecken und stärken will, unmittelbar am Mitmenschen orientiert. Dies kommt in dem Motto "Brücken bauen" zum Ausdruck. Speziell in unserer Zeit der vorwiegend materialistisch geprägten Gesellschaft mit ihrem Pluralismus der Gleichgültigkeit, den der Soziologe und Freimaurer Herbert Marcuse so treffend mit "repressiver Toleranz" beschrieben hat - da sich viele ideell desorientiert fühlen und den Mangel an geistigen Werten beklagen - hat die Freimaurerei sehr viel mehr zu bieten als abstrakte und theoretische Denkmodelle. Solange irgendwo auf der Welt die Menschenwürde, die Entfaltung der eigenen Persönlichkeitswerte und der geistigen Freiheit unterdrückt werden, rechtfertigt dies allein schon das besondere Engagement der Freimaurer gerade heute.

Zur Klarstellung: Was es mit dem "Geheimnis" wirklich auf sich hat
Daß Freimaurer ein traditionelles "Logengeheimnis" bewahren, soll nicht verschwiegen werden. Damit ist symbolisch das gemeinsame Erlebnis der internen rituellen Zusammenkunft, der "Arbeit" gemeint. Über dieses Erlebnis, das jeder einzelne Bruder auf seine besondere Weise mit Verstand und Gefühl empfindet, wird er grundsätzlich nicht mit einem Menschen sprechen, der kein Freimaurer ist: Dieser würde es nicht nachvollziehen können, da ihm die persönliche Erfahrung fehlt.

Die Logen stellen keine "Geheimbünde" dar , wie diffamierender Weise auch heute noch hin und wieder zu lesen oder zu hören ist. Allein schon der Ruf und das Wirken der berühmten Freimaurer sprechen gegen diese Verdächtigung. Geschichte, Wesen, Ziele, Satzung und Namen der Vorstände sind öffentlich zugänglich. Daß ein Bruderbund, der zum Niedergang des Absolutismus beitrug, der sich für "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" einsetzt und der weltweit als Vorkämpfer der demokratischen Rechte gilt, z.B. von der Nazi- Propaganda als "gefährliche, zu bekämpfende Organisation" verteufelt wurde, entbehrt nicht einer abwegigen Logik, die hier und da immer noch herumgeistert.

"Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden..."
"Toleranz ist für uns nicht gleichgültiges Gewährenlassen, sondern eine Geisteshaltung, die aus steter Arbeit an uns selbst und aus dem Wissen um menschliche Schwächen und Unzulänglichkeiten erwächst. Für uns bedeutet `frei von Ideologie` daher die Absage an jeden Totalitätsanspruch," so heißt es in einer Presseinformation der Loge. Diktaturen, wie das sogenannte "Dritte Reich" haben die Freimaurerei daher unnachsichtig verfolgt. In Kassel geschah dies unter der Leitung des besonders fanatischen NS-Kreisleiters Dr. Roland Freisler, später berühmt-berüchtigter "Vollstrecker des Teufels" und Präsident des sogenannten "Volksgerichtshofes". So mußte sich auch die Loge "Zur Freundschaft" 1935 auflösen, ihr gesamtes Eigentum wurde geraubt, das Logenhaus - damals Kölnische Straße 54 - kurzer Hand beschlagnahmt und einem "verdienten Parteigenossen" zugewiesen. Von der Gestapo überwacht fand die letzte freimaurerische Zusammenkunft statt. Der damalige Vorsitzende Meister Hans Kempf beendete sie mit dem Gebet "Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden..." Autoritäre Strukturen sind ganz offensichtlich nicht in der Lage, einen Bund zu ertragen, der sich der Toleranz und der Humanität verschrieben hat.

Während der "dunklen Zeit" der Nazi-Diktatur trafen sich mehrere Brüder regelmäßig unter großer Vorsicht im Haus des Kasseler Maschinenbau- Fabrikanten Hans Vetter in der Goethestraße. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Freimaurerei, wieder aufleben, ähnlich wie nach der 1989 erfolgten Wende in der ehemaligen DDR: Bei der Reaktivierung der 1935 zuerst von den Nazis und dann von den Kommunisten verbotenen, 1770 gegründeten traditionsreichen Loge "Zur gekrönten Unschuld" in Nordhausen/ Thüringen engagierten sich 1991 zahlreiche Brüder der Kasseler Loge "Zur Freundschaft". In allen Staaten des "Warschauer Vertrages" war Jahrzehnte lang jegliche Logenarbeit untersagt.

Kein Wunder, denn freiheitliche Grundrechte und Gewaltenteilung sind Ergebnisse des Mitwirkens von Freimaurern. In Deutschland sicherte der Freimaurer Friedrich der Große Glaubens- und Gewissensfreiheit. Er schuf den ersten Rechtsstaat der modernen Geschichte auf deutschem Boden. Die Verankerung der Grundrechte und der Gewaltenteilung in der Verfassung der USA sowie in der Staatsordnung Frankreichs zu Beginn der französischen Revolution und darauf basierend im Grundgesetz der Bundespublik Deutschland und z.B. in der Hessischen Verfassung ist ein überzeugendes Ergebnis des maßgeblichen Einflusses von Freimaurern.

Logenbrüder halfen den Frieden fördern. So reichten sich nach dem Ersten Weltkrieg der französische Premierminister Aristide Briand und der deutsche Außenminister Gustav Stresemann zum Erstaunen vieler Zeitgenossen über die Grenzen hinweg die Hände. Zwei "Erbfeinde" schlossen Frieden: Die Kraft der Bruderschaft war größer. Beide waren Freimaurer.

Hans R. Kirchhoff

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Für seine Brüder war er ein leuchtendes Beispiel: Walter Grüning in den ewigen Osten abberufen

Im gesegneten Alter von 96 Jahren ist Bruder Walter Grüning, der Senior der Kasseler Johannisloge "Zur Freundschaft" am 12. September 2003 vom d.g.B.d.g.W. zu höherer Arbeit in den ewigen Osten abberufen worden. "Wir haben mit ihm einen wahren Freimaurer und einen liebenden und geliebten Bruder verloren. Wir alle werden seine frohe Herzensgüte und seine stets positive Einstellung zum Leben mit seinen täglichen Problemen sehr vermissen", so heißt es in dem Nachruf seiner geliebten Loge. Bruder Walter Grüning war zwar das an Jahren älteste Logenmitglied; gleichwohl rechneten seine Brüder nicht mit seiner Abberufung. Daran hinderte sie seine Lebensfreude und geistige Lebendigkeit: Er war der Senior, aber noch lange kein Greis.

Am 18. Oktober 1969 erblickte Bruder Grüning das freimaurerische Licht in der Johannisloge "Zur Freundschaft".. Der Andreasloge "Ignis Sacer" zu Kassel gehörte er seit 1972 und dem Ordenskapitel "Coronata" zu Frankfurt am Main seit 1976 an. Den X. Grad erreichte er 1985. Trotz seiner vielen beruflichen Pflichten versäumte er Jahrzehnte lang kaum einen Logenabend und hielt der Freimaurerei stets die Treue. Er war damit ein leuchtendes Beispiel für seine Brüder. Für seine Verdienste um die Freimaurerei wurde ihm das Ehrenzeichen der G.L.L.d.F.v.D. verliehen. Bis zuletzt noch nahm er - wenn seine Gesundheit es erlaubte - am Logenleben teil, je nach Art der Veranstaltung zusammen mit seiner Frau, der verehrten Schwester Irmgard.

Bruder Walter Grüning war Architekt. Mit besonderer Hingabe widmete er sich als Bezirksarchitekt nach 1945 dem Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadt Kassel, deren Gesicht er während der Amtsperioden der Oberbürgermeister Lauritz Lauritzen, Karl Branner und Hans Eichel entscheidend mit prägte. Seine planerische Ideenvielfalt spiegeln mehrere öffentliche Einrichtungen, verbandliche Bauwerke sowie zahlreiche Wohn- und Geschäftshäuser wider.

"Hinter dem erfolgreichen Architekten, hinter dem Ehemann, Vater und Großvater hinter dem Charmeur, der immer zu Späßen aufgelegt war, steckte ein ernsthaft suchender Mensch, der immer wieder fragte: `Wer bin ich? Wo komme ich her? Wohin werde ich einmal gehen?` Er war und blieb ein Suchender nach Antworten auf die Grundfragen des Lebens." Mit diesen Worten würdigte Bruder Peter Otto in seiner Ansprache während der Trauerfeier das Leben Bruder Walter Grünings. Bruder Otto erinnerte daran: Von einer der Antworten, die Bruder Grüning fand, sei in dem apokryphen Bibelwort die Rede, das da lautet: "Gedenke des Herrn, Deines Erretters! Von seiner Kraft wissen, ist der Unsterblichkeit Wurzel!"

Bruder Walter Grüning wirkte auch als künstlerischer und architektonischer Berater seiner Brüder. Der Anbau der Eingangshalle des 1985 erworbenen Logenhauses in der Kasseler Murhardstraße trägt deutlich seine Handschrift. Wer das Kasseler Logenhaus betritt, dessen Blick fällt sofort auf eine große Tuschezeichnung vom Wiederaufbau des Jerusalemer Tempels, ein ausdrucksstarkes Bild Walter Grünings. Es weist ihn zugleich als einen Baumeister aus, der Beispielhaftes geleistet hat, weil er die Grundfragen vieler Menschen selbst kannte. Bis hinein ins Internet, wo er in einem Atemzug mit Paul Bode und Konrad Proll ganz klar " zu den besten und bekanntesten Kasseler Architekten der Nachkriegszeit" gezählt wird, wird dies deutlich.

Viele Brüder erwiesen Walter Grüning bei einer freimaurerisch gestalteten Trauerfeier die letzte Ehre und entließen ihn aus der irdischen Bruderkette. In der Kette unserer Herzen wird er immer mit uns verbunden bleiben.

Hans R. Kirchhoff

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