Die Johannis-Freimaurerloge "Zur Freundschaft" lädt in regelmäßigen Abständen zu Gästeabenden ein. Hier werden sowohl Vorträge zu freimaurerischen als auch zu nicht freimaurerischen Themen gehalten. Im Anschluss an diese Vorträge besteht - wie immer bei unseren Gästeveranstaltungen - die Gelegenheit, sich mit den anwesenden Freimaurer-Brüdern über Fragen zur Freimaurerei zu unterhalten.
Bei Interesse nehmen Sie bitte per Mail oder Post Kontakt mit uns auf, wir laden Sie gerne zu unseren Gästeabenden ein.
Wir freuen uns über Ihr Interesse und grüßen Sie herzlich, Ihre Kasseler Loge "Zur Freundschaft"
Archiv vergangener Veranstaltungen und Termine
- Montag, 17. März 2008, 20. 00 Uhr im Logenhaus, Murhardstraße 6
- UNESCO- Weltkulturerbe Dessau-Wörlitz spricht Verstand und Empfindung an
- Kant-Vortrag von Dr. habil. Klaus-Jürgen Grün
- Sommerfest in Niestetal
- 110. Stiftungsfest der Johannisloge "Zur Freundschaft" in Kassel
- Erstes Benefiz- Konzert im Logenhaus Kassel
Montag, 17. März 2008, 20. 00 Uhr im Logenhaus, Murhardstraße 6
Die Johannis-Freimaurerloge "Zur Freundschaft" lädt ein zu einem Vortrag
"Der Nationale Integrationsplan und die Folgen für Politik und Gesellschaft"
Referentin: Frau Gabriele Meier-Darimont, Fachreferentin im Hessischen Sozialministerium
Im Anschluss an diesen Vortrag besteht - wie immer bei unseren Gästeveranstaltungen - die Gelegenheit, sich mit den anwesenden Freimaurer-Brüdern über Fragen zur Freimaurerei zu unterhalten.
Falls Sie es wünschen, verabreden wir uns gerne auch außerhalb unserer Gästeabende zu einem Gespräch mit Ihnen. Wir sind ständig zu erreichen und bitten Sie, sich auch in diesem Fall per E-Mail mit uns in Verbindung zu setzen. Innerhalb kurzer Zeit antworten wir per E-Mail oder telefonisch, um mit Ihnen Termin und Treffpunkt zu vereinbaren. Die Beschreibungen der einzelnen Themen sind Auszüge aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie.
Wir freuen uns über Ihr Interesse und grüßen Sie herzlich,
Ihre Kasseler Loge "Zur Freundschaft"
Ein Landschaftsgarten verdeutlicht die Ideale der Freimaurerei: UNESCO- Weltkulturerbe Dessau-Wörlitz spricht Verstand und Empfindung an
Dessau-Wörlitz mit seinem einzigartigen zum UNESCO- Weltkulturerbe zählenden Gartenreich war das Ziel einer faszinierenden Entdeckungsfahrt mehrerer Brüder der Kasseler Loge "Zur Freundschaft" mit ihren Frauen. Unter der kenntnisreichen Führung von Br. Hans-Dieter Baller erlebten sie eine Landschaftsgestaltung, die der Freimaurer Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau ( 1740-1817) gemeinsam mit seinem Freund und Berater, dem Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorf (1736- 1800), schuf. Die natürlichen Gegebenheiten des wasserreichen anhalt-dessauischen Auengebietes an Elbe und Mulde nutzend, entstand ein Gesamtkunstwerk, das Gartenbau und Architektur in bisher nie gekannter Harmonie vereinigt. Zahlreiche Anregungen fanden der Fürst und von Erdmannsdorf auf ihren Bildungsreisen nach England, Frankreich, Italien und den Niederlanden.
Als riesiger Park zieht das Land die Besucher in seinen BannDie Wörlitzer Parkanlage gilt als Herzstück der wohl frühesten großräumig inszenierten Landschaftsgestaltung Deutschlands. Bis heute zieht dieses Kleinod der Gartenkunst die Besucher in seinen Bann.
In einer Schrift der Wörlitz- Information heißt es nicht ohne Stolz: "Fürst Franz hat vor über 200 Jahren seinem gesamten Ländchen Anhalt-Dessau ein parkähnliches Aussehen gegeben. Getreu dem Wahlspruch, das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden entstand eine ganze Reihe großer und kleiner Gartenanlagen, die jeweils etwa eine halbe Stunde zu Pferde voneinander entfernt liegen." Das 150 Quadratkilometer große Areal umfaßt u.a. die Gärten von Kühnau, das Georgium, das Luisium, die Waldeinsamkeit auf dem Stieglitzer Berg, den Bertingpark, das Jagdgebiet um die Haideburg, den Tiergarten sowie die Wörlitzer Anlage und Schönitzer See. Dazu kommen noch zwei barocke Anlagen in Mosigkau und Oranienbaum. Gepflegte Alleen, Deiche, Gräben und Straßen verbinden ein Gefüge nutzbarer Garten-, Wald-, Gewässer- Wiesen- und Ackerflächen. Nach wie vor erwecken sie den Eindruck, als wäre das ganze Land ein einziger riesiger Park.
Auf Schritt und Tritt ist zu erleben, dass die Freimaurerei Pate stand Kunsthistoriker und Wissenschaftler sind sich darüber einig," dass die Idee des Landschaftsgartens von Freimaurern ausgegangen ist und dieser ohne die freimaurerischen Ziele nicht vollständig erklärt werden kann", betont Br. Hans-Dieter Baller in einem von ihm zusammengestellten Begleitheft zur Wörlitzfahrt.
Gleichzeitig helfe aber der Landschaftsgarten auch, vieles in der Freimaurerei zu begreifen, was uns heute schwer verständlich erscheint, weil uns der Zeitgeist der Entstehungsperiode der Freimaurerei fremd ist. Eine Parallele zu den freimaurerischen Reisen bei der Aufnahme kann der eingeweihte Besucher speziell in der Wörlitzer Anlage ausmachen: " Niemals führt der gerade Weg zum Ziel – die Wege sind verschlungen und manchmal, wenn man den direkten Weg sucht, muss man umkehren."
Unschwer lässt sich für einen Freimaurer nachvollziehen, dass in Wörlitz vor über 200 Jahren die spannende Möglichkeit geschaffen wurde, den Weg eines Suchenden in einem anderem Raum als dem Tempel zu erleben. Ein Weg, der weitgehend versucht, in einer anderen Symbolsprache zum gleichen Ziel zu führen und der auch von unseren Schwestern mitgegangen werden kann, denn er wurde für alle Menschen angelegt. Aber für den Freimaurer – besonders für den Bruder in unserer Großen Landesloge – sind doch einige Partien mit Ihren Gängen. Gewölben und Grotten ein Erlebnis, das zu einem verbesserten Verständnis der Ordenslehre führen kann. Manches, was in unseren Ritualen und Fragebüchern nur angedeutet und nicht erklärt wird, kann in Wörlitz verstanden und erläutert werden.
Wörlitz ist als pädagogischer Weg angelegt, der von Westen nach Osten führt. Die freimaurerischen Partien sind eingebunden in ein Ensemble von Staffagen, Skulpturen und Bauwerken, deren Sinn und Inhalt sich durch ihre Lage und ihre räumliche Beziehung zueinander verstärkt erschließt, so wie auch unsere Symbole sich durch ihre Beziehungen zueinander inhaltlich verstärken. Durch die als Sichtachsen angelegten Schneisen werden unterschiedliche Dinge in Beziehung gesetzt. Der Besucher soll diese Beziehungen erkennen, er soll erkennen und sehen lernen. Er soll sich selbst erkennen und seine Verantwortung in der Welt begreifen. Und er soll über sein Verständnis des Göttlichen in der Natur und im Menschen nachdenken.
Der Fürst wollte mit seinem Garten die Augen auch für das Schöne öffnen, und so steht die Statue der Göttin der Liebe, Venus, nicht nur am Ende der freimaurischen Partie, sondern sie ist von fast jedem Teil des Gartens zu sehen.
Mehr als 40 Bauwerke und Gartenarchitekturen sind zu bewundern "Du brauchst 4 bis 5 Tage zu dieser Tour, wenn Du alles sehen und mit einiger Ruhe genießen willst", schrieb Br. Johann Wolfgang von Goethe nach einer Wanderung durch das weiträumige Gartenreich. Aus fünf Teilen besteht der Wörlitzer Park: Schlossgarten, Schochs Garten, Weidenheger, Neumarks Garten und neue Anlagen. "Seen und Kanäle, Brücken und Gräben, Wiesen und Bäume, Tempel und Monumente beeindrucken den Besucher als gestaltete Natur, die an jeder Wegbiegung neue, malerische Bilder bereit hält" (www.weltkulturerbe-online.de). Zu Fuß oder vom Wasser aus in einer Gondel sitzend erschließen sich dem Besucher herrliche Eindrücke.
Mehr als 40 Bauwerke und Gartenarchitekturen kann man in Wörlitz bewundern, darunter das Landhaus, von Erdmanndorfs Gründungsbau klassizistischer Baukunst und das Gotische Haus, der früheste neugotische Schlossbau Deutschlands, das dem Fürsten als Sommersitz diente. Kostbare Sammlungen beherbergt das Landhaus, z.B. antike Plastiken, bedeutende Gemälde und zahlreiche Objekte der berühmten Wedgwood- Manufaktur. Zu den Kunstwerken im Inneren des Gotischen Hauses zählen schweizerische Glasmalereien des 15. bis 17. Jahrhunderts und Gemälde, unter anderem von Lucas Cranach d.Ä. Weitere klassizistische Bauwerke sind der Venustempel, das Pantheon, der Floratempel, das Nymphaeum und die Synagoge.
Fürst Franz setzte echte Maßstäbe für Menschenfreundlichkeit Ein Menschenfreund regierte in Anhalt-Dessau, der die Aufklärung nicht nur in Sonntagsreden predigte: Als Freimaurer praktizierte er sie ganz bewusst. So konnten sich Juden – europaweit Jahrhunderte lang verfolgt oder in Ghettos gesperrt – sogar als Bauern und Handwerker niederlassen. Ohne Vorbehalt waren sie willkommen in Anhalt-Dessau, was damals in vielen anderen Ländern undenkbar war. Als die jüdische Gemeinde einen Betsaal suchte, schenkte Fürst Franz ihr einen Tempel in seinem Wörlitzer Garten, der so zum einzigen Schlosspark wurde, der eine Synagoge aufweist. Als Zeichen religiöser Gleichberechtigung und Akzeptanz steht sie unmittelbar neben der evangelischen Kirche.
"Wanderer achte die Natur und die Kunst und schone ihre Werke". Diese Warnung vor Fehlentwicklungen ließ Fürst Franz vor über 200 Jahren in Stein meißeln und schuf damit das erste Monument des Naturschutzes. Wer selbst erleben möchte, wie schonend und weitsichtig man mit der wertvollen Ressource Natur umgehen kann, der sollte das Wörlitzer Gartenreich besuchen. Investitionen in die Natur waren dem Fürsten wichtiger als Investitionen in das Militär: Es gab keine Armee, denn "unsere Rüstkammern sind die Baumschulen".
"Vater Franz" nannten die Bürger den Schöpfer der Wörlitzer Anlagen, die kein Zaun von Stadt und umgebender Landschaft trennte. Jedermann hatte freien Zutritt und sogar das Schloss konnte von Anfang an besichtigt werden. Geradezu typisch für den aufgeklärten Landesherrn: Das Dessauer Theater wies keine woanders übliche Fürstenloge auf. Zur Linderung der Armut in der Bevölkerung schuf Fürst Franz eine hervorragend organisierte Armenhilfe , die unentgeltliche gesundheitliche Betreuung einschloss . Eine "Schule der Menschenfreundlichkeit" entstand 1771 auf Anregung des Landesherrn. Hier sollten " kein Federhut und eine reicher besetzte Tafel mehr den Bürger vom Edelmann unterscheiden": Es gab deshalb eine einheitliche Schulkleidung. Erhard Hirsch in dem Buch "Das Gartenreich Wörlitz": "Eine fröhliche Erziehung ohne Prügelstrafe, ein unbefangenes Lehrer- Schüler-Verhältnis löste die Paukschule alter Prägung ab. Man erstrebte Anschaulichkeit des Unterrichts durch Modell- und Naturaliensammlungen, durch Besichtigungen, handwerklichen Unterricht und durch Gartenarbeit".
Mit der Auszeichnung als Weltkulturerbe ehrt die UNESCO ein Vorbild Wenn irgendwo die Philosophie der Aufklärung vorbildlich Gestalt gefunden hat, dann in den Elbauen bei Dessau. Auf den Einklang von Mensch, Natur und Landschaft kam es dem Schöpfer an. Das Gartenreich Dessau-Wörlitz ist "ein herausragendes Beispiel für die Umsetzung philosophischer Prinzipien der Aufklärung in einer Landschaftsgestaltung, die Erziehung und Wirtschaft harmonisch miteinander verbindet." Mit diesen Worten begründete das UNESCO-Weltkulturerbekomitee 2000 die Aufnahme der Kulturlandschaft in die Weltkulturerbeliste.
Bereits 1998 erklärte die UNESCO die Kulturlandschaft Gartenreich Dessau- Wörlitz zum "Biosphärenreservat", in dem u.a. Elbebiber, mehr als 150 Brutvogelarten, darunter Weißstorch, Kranich und Seeadler, über 500 Schmetterlingsarten und unzählige geschützte und streng geschützte Insektenarten leben. Das Biosphärenreservat weist darüber hinaus etwa 25000 teilweise uralte Solitäreichen auf sowie über 400 Jahre alte Hartholzauenwälder und etliche selten gewordene Wildobstarten.
Die Kulturlandschaft Gartenreich Dessau-Wörlitz – das hebt Thomas Weiß in dem von ihm herausgegebenen und im L&H Verlag erschienenen Reiseführer hervor – ist also in einer einmaligen Kombination Teil zweier UNESCO-Programme: "Nirgendwo in Europa gibt es auf engstem Raum ein vergleichbares Neben- und Miteinander von UNESCO-Stätten".
Hans R. Kirchhoff
Br. Hans-Dieter Baller ist gerne bereit, auch mit anderen Logen oder Gruppen von Freimaurern seine freimaurerisch – philosophische Wanderung durch den Wörlitzer Park zu wiederholen. Wer Interesse hat, kann sich mit ihm unter Telefon 05609 – 9300 in Verbindung setzen.
Kant-Vortrag faszinierte viele Zuhörer in unserem Logenhaus
Mit einem Vortrag zum Thema " Grundgedanken der Ethik Immanuael Kants (1724- 1804)" faszinierte Dr. habil. Klaus-Jürgen Grün, Hochschuldozent für Philosophie der Johann-Wolfgang von Goethe- Universität Frankfurt am Main seine Zuhörer im Haus Murhardstraße 6 der Kasseler Loge "Zur Freundschaft". Didaktisch meisterhaft und in vollkommen freier Rede führte er die aufmerksam mitgehenden Teilnehmer des Gästeabends in das Werk des großen Philosophen ein und gestaltete so die Veranstaltung wohl für alle zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Auf dem kategorischen Imperativ basiert Kants Sittenlehre In seinem Hauptwerk "Kritik der reinen Vernunft" begründete Kant die Sittenlehre ( Ethik). Das darin enthaltene sittliche Grundgesetz für den moralischen Wert einer Tat – bekannt als kategorischer Imperativ – lautet: " Handele so, dass die Maxime deines Willens jeder Zeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten kann!" Dies bedeutet, dass die Lust oder der eigene Vorteil niemals als Prinzip einer Sittenlehre gelten kann, weil beide nur individuelle Geltung besitzen, also nicht zu Allgemeingültigem führen. Dem obersten Sittengesetz, dem kategorischen Imperativ zu folgen, ist Pflicht eines jeden: Ausnahmen aufgrund von Geburt, Stand oder Reichtum gibt es nicht.
Kants rigorose Religionslehre negiert die wissenschaftliche Gotteserkenntnis Aus der Ethik heraus entwickelte Kant in seiner Schrift "Religion innerhalb der Grenzen der reinen Vernunft" seine Religionslehre. Der Grundgedanke ist hier die Zurückführung der Religion auf Moral, die sich zur Idee eines "moralischen Gesetzgebers" erweitern kann: Je reifer die Vernunft wird, je mehr sie den moralischen Sinn für sich festhalten kann, um so entbehrlicher werden nach Kant die Satzungen des Kirchenglaubens. Gott, die Seele und die Welt als Ganzheit – bisher Hauptgegenstände der Metaphysik – sind zwar prinzipiell, da den Sinnen nicht zugänglich, unerkennbar, können aber als "regulative Ideen" die Erkenntnis leiten. Eine objektive, also wissenschaftliche Gotteserkenntnis gibt es nach den Prämissen des System Kants nicht.
"Ethik ist der Ausdruck für die Hoffnung, dass es menschlicher zugeht" Im Anschluss an den Vortrag entspann sich eine längere, lebhafte Diskussion mit dem Referenten, von dem u.a. eine bestechende Definition des Begriffes Ethik stammt: "Ethik ist der Ausdruck für die Hoffnung, dass es menschlicher zugehen möge in der Welt als es die gegenwärtig zu beobachtenden Verhältnisse offenbaren".
Hans R. Kirchhoff
Sommerfest in Niestetal
Das war ein gelungenes Sommerfest - mit Teilnehmern aus nah und fern Zu unserem traditionellen Sommerfest in Niestetal kamen viele Brüder mit ihren Familien, darunter eine große Anzahl fröhlicher Kinder. Seine besondere Freude bekundete der Vorsitzende Meister, Karl Mai in seiner Begrüßungsansprache über die Teilnahme einiger Bruder-Witwen, die nach wie vor die Verbindung zu unserer Loge aufrecht halten. Selbst aus dem thüringischen Nordhausen reisten einige Brüder unserer Patenloge "Zur gekrönten Unschuld" mit ihren Frauen und Kindern an.
In erster Linie dem Abgeordneten Meister Ulli Wieczorek dankte der Vorsitzende Meister für die hervorragende Vorbereitung und Organisation des Sommerfestes, zu dessen Gelingen auch mehrere "helfende Brüder" beitrugen. Grillwürste und Steaks fanden reißende Abnahme: Wer hungrig blieb war, selbst daran schuld. Hervorragend schmeckten die Salate, Kuchen, Torten und der Kaffee, die einige Schwestern und Brüder zubereitet und mitgebracht hatten.
Das Zusammensein hat allen gut getan und festigte unsere Gemeinschaft einmal mehr. Ein gemütliches, rundes Fest für die Teilnehmer, die auch vom Wettergott nicht enttäuscht wurden. Was die wenigsten mit bekamen, regelten die Brüder Ulli Wieczorek, Karl Mai, seine Frau, unsere Schwester Hilde und einige unentwegt "helfende Hände" dann zum Schluss: Es galt, die Grillhütte, den Festplatz und das "Nebengebäude" aufzuräumen bzw. wieder flott zu machen, was mit vereinten Kräften geschah.
Hans R. Kirchhoff
110 Jahre Johannisloge "Zur Freundschaft" in Kassel Jubiläums-Stiftungsfest am 27./28. Februar 2004
1893 entsteht die Loge als ein Teil der weltweiten Bruderkette
Die Loge "Zur Freundschaft" gehört der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland - dem Freimaurerorden (GLL FvD) mit Sitz in Berlin an, die 1770 auf Initiative Friedrichs des Großen von dem preußischen General-Feldmedicus Johann Kellner von Zinnendorf gegründet wurde. Auf dem Fundament der 1773 unter der Patenschaft von Landgraf Friedrich II von Hessen- Kassel ins Leben gerufenen Kasseler Loge "Friedrich von der Freundschaft" entstand 1893 die heutige Loge "Zur Freundschaft". Das im Vorderen Westen gelegene Logenhaus Murhardstraße 6 ist der zentrale Ort und regelmäßige Treffpunkt des Bruderbundes. Inzwischen hat sich die Loge "Zur Freundschaft" zur größten Ordensloge in Hessen entwickelt. Sie ist Teil einer Gemeinschaft von über sechs Millionen weltweit brüderlich verbundenen Menschen. Die Mitglieder des Freimaurer- Ordens suchen Gott im Rahmen eines dogmenlosen Christentums, das für sie die vollkommenste Form des Humanitätsideals darstellt. "Brüder" nennen sich die Freimaurer, weil sie davon überzeugt sind, wie alle Menschen Kinder Gottes zu sein. Es spielt keine Rolle, welches christliche Bekenntnis der Einzelne hat. Die Zugehörigkeit zu einer Kirche wird nicht verlangt.
Freimaurer setzen sich ein für Freiheit, Brüderlichkeit und Toleranz
Was haben Friedrich II von Preußen, Wolfgang Amadeus Mozart, Louis Satchmo Armstrong, Johann Wolfgang von Goethe, Oscar Wilde, Mark Twain, John Wayne, Kurt Tucholsky, Charlie Chaplin, Marc Chagall, Izak Rabin und Holger Börner gemeinsam? Sie alle waren bzw. sind Freimaurer mit dem Ziel, einen geistigen Kampf zugunsten des friedlichen Zusammenlebens der Menschen zu führen. Für die Freimaurer- Werte: Humanität,Toleranz und Akzeptanz des anderen setzen sich nach wie vor Brüder unterschiedlicher Herkunft ein. Unser Bund ist alles andere als ein elitärer Exklusiv-Klub, betont die Loge "Zur Freundschaft". Sie vereinigt Männer aus allen Schichten der Gesellschaft: Angestellte, Arbeiter, Beamte, Freiberufler, Handwerker, Unternehmer, Kaufleute, Ingenieure, Informatiker, Politiker, Ärzte, Juristen, Theologen, Pädagogen, Künstler und Journalisten. Zwei bedeutende Persönlichkeiten sind Ehrenmitglieder: Hessens früherer Ministerpräsident Holger Börner und der Kasseler Ehrenbürger Arnold Bumi Lazar aus Tel Aviv/Israel, der sich große Verdienste um die israelisch-deutschen Beziehungen erworben hat. Speziell bei der jungen Generation findet die Kasseler Loge neuerdings zunehmende Resonanz . Ihr Internet- Auftritt stößt auf großes Interesse.
Nur über den Einzelnen kann die Gesellschaft humaner werden
"Arbeit am rauhen Stein", dieser symbolische Begriff geht zurück auf das Brauchtum der Steinmetz- Bruderschaften und der Werkmaurer der mittelalterlichen Dombauhütten. "Arbeit am rauhen Stein" bedeutet für uns Arbeit an uns selbst, Erziehung zu Duldsamkeit, Nächstenliebe und gesellschaftlicher Verantwortung, erklärt Karl Mai, der Vorsitzende Meister der Loge "Zur Freundschaft". Nur über den einzelnen kann die Gesellschaft humaner werden. So sind die sittlichen Werte und Überzeugungen, welche die Loge in ihren Mitgliedern wecken und stärken will, unmittelbar am Mitmenschen orientiert. Dies kommt in dem Motto "Brücken bauen" zum Ausdruck. Speziell in unserer Zeit der vorwiegend materialistisch geprägten Gesellschaft mit ihrem Pluralismus der Gleichgültigkeit, den der Soziologe und Freimaurer Herbert Marcuse so treffend mit "repressiver Toleranz" beschrieben hat - da sich viele ideell desorientiert fühlen und den Mangel an geistigen Werten beklagen - hat die Freimaurerei sehr viel mehr zu bieten als abstrakte und theoretische Denkmodelle. Solange irgendwo auf der Welt die Menschenwürde, die Entfaltung der eigenen Persönlichkeitswerte und der geistigen Freiheit unterdrückt werden, rechtfertigt dies allein schon das besondere Engagement der Freimaurer gerade heute.
Zur Klarstellung: Was es mit dem "Geheimnis" wirklich auf sich hat
Daß Freimaurer ein traditionelles "Logengeheimnis" bewahren, soll nicht verschwiegen werden. Damit ist symbolisch das gemeinsame Erlebnis der internen rituellen Zusammenkunft, der "Arbeit" gemeint. Über dieses Erlebnis, das jeder einzelne Bruder auf seine besondere Weise mit Verstand und Gefühl empfindet, wird er grundsätzlich nicht mit einem Menschen sprechen, der kein Freimaurer ist: Dieser würde es nicht nachvollziehen können, da ihm die persönliche Erfahrung fehlt.
Die Logen stellen keine "Geheimbünde" dar , wie diffamierender Weise auch heute noch hin und wieder zu lesen oder zu hören ist. Allein schon der Ruf und das Wirken der berühmten Freimaurer sprechen gegen diese Verdächtigung. Geschichte, Wesen, Ziele, Satzung und Namen der Vorstände sind öffentlich zugänglich. Daß ein Bruderbund, der zum Niedergang des Absolutismus beitrug, der sich für "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" einsetzt und der weltweit als Vorkämpfer der demokratischen Rechte gilt, z.B. von der Nazi- Propaganda als "gefährliche, zu bekämpfende Organisation" verteufelt wurde, entbehrt nicht einer abwegigen Logik, die hier und da immer noch herumgeistert.
"Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden..."
"Toleranz ist für uns nicht gleichgültiges Gewährenlassen, sondern eine Geisteshaltung, die aus steter Arbeit an uns selbst und aus dem Wissen um menschliche Schwächen und Unzulänglichkeiten erwächst. Für uns bedeutet `frei von Ideologie` daher die Absage an jeden Totalitätsanspruch," so heißt es in einer Presseinformation der Loge. Diktaturen, wie das sogenannte "Dritte Reich" haben die Freimaurerei daher unnachsichtig verfolgt. In Kassel geschah dies unter der Leitung des besonders fanatischen NS-Kreisleiters Dr. Roland Freisler, später berühmt-berüchtigter "Vollstrecker des Teufels" und Präsident des sogenannten "Volksgerichtshofes". So mußte sich auch die Loge "Zur Freundschaft" 1935 auflösen, ihr gesamtes Eigentum wurde geraubt, das Logenhaus - damals Kölnische Straße 54 - kurzer Hand beschlagnahmt und einem "verdienten Parteigenossen" zugewiesen. Von der Gestapo überwacht fand die letzte freimaurerische Zusammenkunft statt. Der damalige Vorsitzende Meister Hans Kempf beendete sie mit dem Gebet "Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden..." Autoritäre Strukturen sind ganz offensichtlich nicht in der Lage, einen Bund zu ertragen, der sich der Toleranz und der Humanität verschrieben hat.
Während der "dunklen Zeit" der Nazi-Diktatur trafen sich mehrere Brüder regelmäßig unter großer Vorsicht im Haus des Kasseler Maschinenbau- Fabrikanten Hans Vetter in der Goethestraße. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Freimaurerei, wieder aufleben, ähnlich wie nach der 1989 erfolgten Wende in der ehemaligen DDR: Bei der Reaktivierung der 1935 zuerst von den Nazis und dann von den Kommunisten verbotenen, 1770 gegründeten traditionsreichen Loge "Zur gekrönten Unschuld" in Nordhausen/ Thüringen engagierten sich 1991 zahlreiche Brüder der Kasseler Loge "Zur Freundschaft". In allen Staaten des "Warschauer Vertrages" war Jahrzehnte lang jegliche Logenarbeit untersagt.
Kein Wunder, denn freiheitliche Grundrechte und Gewaltenteilung sind Ergebnisse des Mitwirkens von Freimaurern. In Deutschland sicherte der Freimaurer Friedrich der Große Glaubens- und Gewissensfreiheit. Er schuf den ersten Rechtsstaat der modernen Geschichte auf deutschem Boden. Die Verankerung der Grundrechte und der Gewaltenteilung in der Verfassung der USA sowie in der Staatsordnung Frankreichs zu Beginn der französischen Revolution und darauf basierend im Grundgesetz der Bundespublik Deutschland und z.B. in der Hessischen Verfassung ist ein überzeugendes Ergebnis des maßgeblichen Einflusses von Freimaurern.
Logenbrüder halfen den Frieden fördern. So reichten sich nach dem Ersten Weltkrieg der französische Premierminister Aristide Briand und der deutsche Außenminister Gustav Stresemann zum Erstaunen vieler Zeitgenossen über die Grenzen hinweg die Hände. Zwei "Erbfeinde" schlossen Frieden: Die Kraft der Bruderschaft war größer. Beide waren Freimaurer.
Hans R. Kirchhoff
Erstes Benefiz- Konzert im Logenhaus ermutigt zu weiteren Wohltätigkeits- Aktionen
Einen ermutigenden Erfolg erzielte die Johannis- Loge "Zur Freundschaft" mit ihrem ersten Benefiz- Konzert, bei dem das Kasseler Billroth- Quartett Werke von Schubert und Tschaikowski zu Gehör brachte und großen Beifall erhielt:
Der 1. Abgeordnete Logenmeister Ullrich Wieczorek konnte dem Initiator der Aktion "Fahrende Ärzte" in Kassel Dr. med. Gero Moog (im Bild links) nach dem Kammermusik- Nachmittag einen Scheck über 1000 DM zugunsten bedürftiger Patienten überreichen.
Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. med. Giesler und einigen weiteren ehrenamtlichen Helfern kümmert sich Dr. Moog in den verschiedenen Stadtteilen um mittellose Patienten, die von der herkömmlichen medizinischen Versorgung nicht erfasst werden. Dieses beispielhafte humanitäre Engagement erfolgt aus freien Stücken und kostenlos.
Aus Spenden der Besucher kam die Summe zusammen. Darüber hinaus unterstützten mehrere Freimaurer- Brüder aktiv und finanziell dieses Wohltätigkeits- Konzert, das die Loge "Zur Freundschaft" als Auftakt für ähnliche Aktionen veranstaltet hatte.
